Meinung
Drecks Telekom Navigationshilfe
von lukubrator am 16.04.2009 um 20:36 unter Meinung
Heute habe ich gerade bei einer URL vertippt, statt zur Strafe wie gewohnt irgendsowas wie “Adresse nicht erreichbar” gemeldet zu bekommen lacht mich die sogenannte Navigationshilfe von T-Online an.
Sieht so wie eine Google-Seite aus, nur im schwul-rosa Cooperate Identity Design der Telekom. Inhalt: irgendwelche Surfempfehlungen.
Die DNS-Server der Telekom leiten wohl seit Mitte des Monats nicht erfolgreiche Anfragen auf die hauseigene Suchmaschine im. Sowas ist einfach scheiße. Wenn es eine Adresse nicht gibt will ich nicht eine Ersatzseite sehen.
Kommt noch besser: Selbstverständlich hat die Seite einen Opt-Out Schalter. Man wird natürlich gefragt ob die Telekom auch in Zukunft zum zweiten bis n-ten mal den Datenverkehr unerlaubt analysieren darf. Also drauf geklickt und gesehen was da kommt: eine Login-Seite in üblicher User/Passwort-Kombination.
Username war schon eingetragen.
Jetzt fragt ihr euch: Na und? Username eintragen macht doch der Browser. Die Sache ist: der Browser kann den Login nicht kennen weil der ganze Rechner frisch aus dem Karton ist. Die Telekom hat meinen Namen eingetragen, und zwar anhand meines Telefonanschlusses.
Die Situation benenne ich mal so: Die Telekom weiss wer ich bin und wertet jetzt auch aktiv meine DNS-Anfragen aus. Darum gebeten habe ich sie nicht und ich sehe auch nicht, wie das zur technischen Aufrechterhaltung der vertraglich vereinbarten Telekommunikationsdienstleistung notwendig wäre.
Die bereiten sich schon auf die kommenden Zensurpläne der Bundesregierung vor.
Und obwohl ich hier vielleicht der einzige Paranoide bin werden wir trotzdem alle beobachtet!
Grüne Welle im heise-Forum: Verfassungsgericht kickt Wahlcomputer
von lukubrator am 03.03.2009 um 11:26 unter Meinung, nicht elektrisch
Karlsruhe befindet, dass Wahlcomputer vor Wahlbetrug genauso schützen wie der Mondkalendar vom Papst gegen Schwangerschaft:
heise online – 03.03.09 – Einsatz von Wahlmaschinen bei Bundestagswahl war verfassungswidrig.
Ich höre jetzt schon wieder das Heulen der Politiker über die angeblich technikfeindlichen Verfassungsrichter. Und die teuren Wahlen! So eine Wahl im Retrostyle mit Papier und Wahlurne kostet richtig Geld! Viel Geld, so ein paar Millionen Euro.
Moment, nur lächerliche Millionen? Fast so viel wie die durchschnittliche Abfindung eines Bankmanagers? Wir werfen Milliarden in irgendwelche Schwarzen Löcher die nach der Implosion von geldgierigen Banken übrig geblieben sind, da will ich keine Klagen über die Kosten der Demokratie hören.
Kreationisten in Dortmund
von lukubrator am 23.02.2009 um 22:00 unter Meinung
Eigentlich wollte ich hier nie wirklich viel über religiöse Themen schreiben. Den letzten Artikel zu Kreationisten habe ich nur gemacht, weil ich die Umfragefunktion von WordPress so geil fand.
Ich dachte das ganze Problem mit den ungläubigen Gläubigen war eine Sache irgendwo im Bible Belt der USA abspielt. Hier im aufgeklärten, weisen und über gewisse Themen erhabenen Alten Europa, in einer der fortschrittlichsten Hochkulturen in der Geschichte der Menschheit stellt doch niemand mehr Wissenschaft vor Religion. Hier kann man einen Vortrag über evolutionäre Algorithmen in der Informatik halten ohne vorher einen Disclaimer abgeben zu müssen dass Evolution nur ein theoretisches Konstrukt ohne Bezug zur Wahrheit ist.
Ich dachte, und da war der Fehler. Am Freitag fand ich diesen Artikel auf Spiegel Online:
Kurze Zusammenfassung: 15% der Dortmunder Lehramtsstudenten für Biologie bevorzugen die biblische Genesis gegenüber der Evolutionstheorie. Hier, direkt an meiner Uni! Mitten im Pott!
Nachdem ich jetzt in diesem Krieg der Wahrheiten an vorderster Front gelandet bin stellen sich mir sofort zwei Fragen:
- Dortmund hat eine Fakultät für Biologie?
- Was ist nur mit den Lehramtsstudenten los?
Nummer 1 lässt sich noch relativ schnell beantworten, es gibt einen Außenposten der Biologen irgendwo in der obersten Etage im Chemiegebäude Campus Nord.
Nummer 2 ist schon schwieriger. Was man den Leuten erstmal zu gute halten muss ist, dass sie sich von den BWL-Studenten unterscheiden. Im Gegensatz zu den meisten BWLern haben die Kreationisten wenigstens eine Überzeugung. Man muss sie nur nicht mögen.
Ansonsten bin ich erstmal sprachlos, die Defizite der Lehramtsstudenten gibt Prof. Graf ja im Artikel an. Um mir selbst ein Bild davon zu machen werde ich mich in zwei Wochen zu einer ganztätigen Veranstaltung in die gegnerische Basis, sprich Gebäude EF50 der TU Dortmund, aufmachen. Das ist ja bekanntermaßen voller Lehramtsstudentinnen. Und mit denen diskutiere ich bestimmt gerne.
Die Staatsbeteiligung bei Opel
von lukubrator am 18.02.2009 um 23:22 unter Meinung
Nun ist es soweit: General Motors steckt tief in der Klemme und mit ihnen Opel.
Nun muss ich sahen dass ich eigentlich garkein Opel-Fan bin. Als ich anfangen habe für Autos zu interessieren (so Mitte der Neunziger) gab es bei Opel nur Rotz und Rost zu kaufen. Man erinnere sich nur an Traumwagen wie dem Kadett E bzw. Astra A und Vectra A. Schlimme Karren mit emotionslosen Design, gammelnden Radläufen und einen fünfstelligen Kilometerzähler der schon mal ein wichtiger Hinweis auf die Langzeitqualität war. GM ließ Opel von solch fähigen Leuten wie Lopez verwalten, der dann später auch bei VW viel Schaden anrichtete.
Diese Prägung hat sich bei mir persönlich lange gehalten, so ungefähr bis zum Astra C und Vectra C. Hier hat Opel endlich was nettes auf die Beine gestellt, und sie haben es auch aus eigener Kraft gemacht. Und hätte ich nicht schon etwas Fahrbares würde ich mir heute einen (übermotorisierten) fünftürigen Corsa D überlegen.
Heute muss ich doch ganz besonders Solidarität mit Opel zeigen. General Motors ist so gut wie Pleite und zieht Opel mit. Einen Schaden an Opel gilt es jedoch zu verhindern.
Nicht nur das Bochum ohne Opel-Werke endgültig zum Drecksloch verkommen würde, auch der volkswirtschaftliche Schaden wäre für Deutschland immens. Eine Pleite von Opel würde direkt mehrere 10000 Arbeitsplätze kosten und dann noch eine Größenordnung mehr in der Zuliefererindustrie. Opel ist für Deutschland “too big to fail”.
Also was tun? Die Diskussion geht in Richtung Staatsbeteilung bei Opel. Und die finde ich eine korrekte Sache.
Bei der Diskussion landet man schnell irgendwo beim Thema Enteignung (andere Geschichte…), volkseigener Betrieb und Tot der Marktwirtschaft. Doch ich stelle mir die Frage, warum der Staat (und damit wir) nicht einfach nach ganz normalen marktwirtschaftlichen Gesetzen ein Unternehmen wie Opel kaufen können. Es wäre momentan sogar schön billig.
Die Bundesregierung sollte einfach zu GM gehen, Geld auf den Tisch legen und der größte Anteilseigner bei Opel werden. Den für mich existiert ein Unterschied zwischen einen Staatsunternehmen und einen Unternehmen im Staatsbesitz.
Die erste Variante wird so eine träge Beamtenbude wie die Post/Telekom. Die zweite Variante kann ganz normal marktwirtschaftlich arbeiten und ist nur dafür verantwortlich, den Aktionären (das wäre dann wir alle) möglichst viel Ertrag zu bringen. Das wären zusätzliche Einnahmen für den Staatshaushalt.
Läuft das Unternehmen mal nicht so gut und macht keinen Gewinn bringt es immer noch den Vorteil, seine Beschäftigen und die abhängigen Zulieferer zu normalen Steuerzahlern zu machen. Läuft das Unternehmen gut und will man es loswerden so bringt der Verkauf auch wieder Geld in die Staatskasse.
Also, wenn die Bundesregierung schon jetzt bereit ist irgendwelche doofe Banken mit Milliarden zu stützen dann kann sie dass auch mit Opel tun. Im Gegensatz zu den Banken sind es immer noch die Industrieunternehmen wie Opel die reale Werte schaffen.
Gerade lese ich, dass GM hier in Alemania keine Werke schließen will. Zeigt eigentlich nur, dass Opel im Kontrast zu anderen Marken bei GM ein erhaltenswertes Unternehmen ist was man JETZT günstig kaufen sollte.
Piraten blamieren die Ankläger – taz.de
von lukubrator am 17.02.2009 um 23:22 unter Meinung
Das sieht ja recht positiv für die Leute von The Pirate Bay aus:
Hälfte der “Pirate Bay”-Klage fallengelassen: Piraten blamieren die Ankläger – taz.de.
Das ist doch einfach traumhaft: sich in einen öffentlichen, weltweit beachteten Prozess stellt sich einer der Angeklagten hin und erklärt, dass der Staatsanwalt ein völliger n00b ist.
Offensichtlich kennt der Herr Jurist nicht den Unterschied zwischen Bereitstellen einer Datei zum Download und den bloßen Angabe, wo diese Datei zu finden sein könnte. Die Anklage wurde wohl auf massiven Druck der amerikanischen Musikindustrie durchgedrückt und unsauber oder mit den falschen Beratern vorbereitet.
So wie es aussieht kommen morgen die wirklich komplexen technischen Aspekte zu tragen, eine weitere Chance die Anklage noch weiter zusammen zu streichen.
Ich drücke The Pirate Bay die Daumen und hoffe auf einen Freispruch als Exempel für die Medienindustrie. Nachdem die sich dann in aller Öffentlichkeit eine blutige Nase geholt haben sollten die ihr Geschäftsmodell aus Klagen und Klagendrohungen gründlich überdenken.
Der Bundesspähminister auf sueddeutsche.de
von lukubrator am 16.02.2009 um 15:06 unter Allgemein, Meinung
Da bekommt der letzte Rolling Stone sein Fett weg:
Schäuble und Datenschutz – Der Bundesspähminister – Wirtschaft – sueddeutsche.de.
Und dass bei der sonst so konservativen Süddeutschen Zeitung.














