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2010 Oktober 17
Lukubrator

Archiv für Oktober 17th 2010

Zurück ins Land der unbegrenzten Geschwindigkeit

von am 17.10.2010 um 14:38 unter Allgemein

Punkt 5 ging der Wecker für die Rückreise. Ich hatte nur 2 Stunden geschlafen weil ich Zeug zwischen Koffer und Handgepäck penibel sortiert habe. Wäre auf den Flughafen nicht so entspannt wenn ich ein Taschenmesser im Rucksack vergessen hätte.
Um 6 kam das Shuttle zum Flughafen und um 8:30 waren wir auf den Luftweg nach Chicago. Schreiben tue ich jetzt im Airbus 330 der Lufthansa auf dem Weg nach Düsseldorf. Endlich wieder ein Fahrzeug dessen Qualitätsanmutung und Geräuschkulisse nicht amerikanisch ist.
Habe immer noch Albträume vom Tourbus der uns die letzten 13 Tage transportiert hat. Neuer Van von Ford, V8 ohne Leistung, dazu passend antiker 4-Gang Automat, Sitzbänke ohne Seitenhalt und noch weniger Kopfstützen sowie klappernde Hartplastikverkleidungen überall.
Macht total Laune mit eher wenig ambitionierten 65 Meilen pro Stunde (105 km/h) über die Strassen zu eiern. Sehne mich wieder nach meinem Auto, der Autobahn und hoffe mein Geschwindigkeitsgefühl nicht verloren zu haben.

Flieger landet um 7:30 MEZ und ich freue mich sehr meine Familie zu sehen.

Für die Statistik: ich komme mit 45GB Bildern im RAW-Format zurück.

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San Francisco

von am 17.10.2010 um 12:31 unter Allgemein

In einen konspirativen Treffen beim Frühstück stimmte die Gruppe auf ein für jeden gleiches und den Leistungen des Guide entsprechend halbiertes Trinkgeld. Für nix tun gibt es halt nix.
Diesmal gab der Guide sich wenigstens etwas Mühe und zeigte uns SF innerhalb 2,5 Stunden um dann mit Trinkgeld und der Begründung zu verschwinden er hätte einen Termin. Gesehen habe ich immerhin Yerba Gardens, Chinatown und diesen obskuren Coit Tower.
Als der Kerl weg war ging es vom Coit Tower runter zum Hafen um ganz gediegen bei Hooters einen Burger zu essen. In dem Laden lohnt sich das Trinkgeld wenigstens.
Fahrt mit dem Cable Car musste auch sein, das ist Steampunk par excellence.
In der Liste der Postkartenmotive fehlte immer noch die Golden Gate Bridge bei Sonnenuntergang. Diesmal war die SF Bucht von Nebelwänden überzogen und die Brücke war darin verschwunden. Trotzdem stiegen wir auf ein Boot und ließen uns in der Bucht herumfahren. Die Bilder der Brücke halb im Nebel werden nach etwas Photoshop vielleicht sogar etwas besonderes.
Vor dem Abendessen schafften wir es sogar noch eine halbe Stunde nach Little Italy anzusehen. Und nein, ich habe da kein Geld gelassen.
Die komplette Gruppe traf sich zum Abschluss der Reise wieder in Fishermans Wharf zu einer Pizza. Insgesamt war die Gesellschaft prima und hat für mich zu einen positiven Eindruck der Reise geführt.

PS: Internetzugang ist auch in San Francisco nicht einfach zu bekommen. Entweder geht der AP irgendwie nicht oder wenn er geht WILL man ihn nicht benutzen. Fallen lauern hier überall. Die letzten beiden Posts habe ich heimlich in der Lobby des Marrioth Hotels abgesetzt.

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Mariposa Sequoia Bäume und Golden Gate Bridge

von am 17.10.2010 um 12:30 unter Allgemein

Früh morgens um 6 (und eine Stunde vor Eröffnung des Frühstückbuffets) verschwanden wir aus diesen Zeltdorf. Obwohl ich gestern mehr Aktivität als am jeden anderen Tag des Jahres entfaltet habe kam ich nur auf 3 Stunden Schlaf über Nacht. Weiss auch nicht.
Wir fuhren bis 7:30 die Straße im Yosemite nach Süden zu einer Stelle, an denen Mammutbäume gruppiert sind. Geplant war mit einer Tram bis zu den ganz dicken Bäumen zu fahren und dann 3 Stunden in Ruhe zum Bus zurück zu laufen = Fotos machen. Die Bahn fuhr jedoch erst um 9 und wir sollten da schon längst zurück sein. Intention des Guides war, uns möglichst früh am Tag in San Francisco loszuwerden. Das wir überhaupt die 1,5 Stunden bekommen haben war ein Resultat zäher Verhandlungen, der Fahrer wäre mit 20 Minuten zufriedener gewesen.
Die grossen Pflanzen habe ich mir auch eher angesehen als fotografiert, Bäume im Wald sind jetzt nicht so meine Motivwelt.
Um 16 Uhr waren wir im San Francisco und liefen über die Golden Gate Bridge. Schön lang, schön rot und schön windig. Fußweg darüber ist eine Sache von 45 Minuten. Am den Tag war die Luft der San Francisco Bay ausnahmsweise sehr klar und ohne Nebel, dass kommt nicht oft vor.
Hotel (Withcomb) ist eines der besseren und eine Offenbarung gegenüber dem Zeltschrott von gestern. Seinen eigenen Porzellansitz zu haben lernt man erst so zu schätzen.
Vor dem Hotel fuhr die historische Strassenbahnlinie bis zum kulinarisch sehr berühmten Fishermans Wharf am Hafen was die Gruppe nutzte um ein italienisches Restaurant aufzusuchen.
Für morgen hat unser Guide stolz verkündet ausnahmsweise seiner Jobbeschreibung nachzukommen und uns San Francisco zu zeigen. Nebenbei drückte er jedem eine leeren Umschlag in die Hand. Darin sollte die Pest dieses Landes landen, das obligatorische Trinkgeld.
Muss mich hier etwas aufregen dass hier jeder der nur einen Finger krum macht dafür einen “tip” haben will. Gehört halt zur Lohnstruktur des Arbeitsmarktes. Und glaubt mal ja nicht das 10% Tip reichen würden. Da heißt es sofort “to less, I want more”, 15 werden kommentarlos genommen und für 20 bekommt man mal auch ein Danke.
Wer meint Europa sei eine Servicewüste sollte sich mal das hier ansehen. Mir sind ehrlich maulende oder unfreundliche Leute lieber als jene, die nur deswegen lächeln und hilfreich sein wollen weil sie später an meine Kohle wollen. Finde das verlogen.
Daneben gibt es hier auch diejenigen, die aus Prinzip kein Trinkgeld wollen. Das sind jene, die es geschafft haben.
Wie auch immer, der Guide erhoffte sich Trinkgeld im dreistelligen Bereich. Von jedem.

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