Die Staatsbeteiligung bei Opel
von lukubrator am 18.02.2009 um 23:22 unter Meinung
Nun ist es soweit: General Motors steckt tief in der Klemme und mit ihnen Opel.
Nun muss ich sahen dass ich eigentlich garkein Opel-Fan bin. Als ich anfangen habe für Autos zu interessieren (so Mitte der Neunziger) gab es bei Opel nur Rotz und Rost zu kaufen. Man erinnere sich nur an Traumwagen wie dem Kadett E bzw. Astra A und Vectra A. Schlimme Karren mit emotionslosen Design, gammelnden Radläufen und einen fünfstelligen Kilometerzähler der schon mal ein wichtiger Hinweis auf die Langzeitqualität war. GM ließ Opel von solch fähigen Leuten wie Lopez verwalten, der dann später auch bei VW viel Schaden anrichtete.
Diese Prägung hat sich bei mir persönlich lange gehalten, so ungefähr bis zum Astra C und Vectra C. Hier hat Opel endlich was nettes auf die Beine gestellt, und sie haben es auch aus eigener Kraft gemacht. Und hätte ich nicht schon etwas Fahrbares würde ich mir heute einen (übermotorisierten) fünftürigen Corsa D überlegen.
Heute muss ich doch ganz besonders Solidarität mit Opel zeigen. General Motors ist so gut wie Pleite und zieht Opel mit. Einen Schaden an Opel gilt es jedoch zu verhindern.
Nicht nur das Bochum ohne Opel-Werke endgültig zum Drecksloch verkommen würde, auch der volkswirtschaftliche Schaden wäre für Deutschland immens. Eine Pleite von Opel würde direkt mehrere 10000 Arbeitsplätze kosten und dann noch eine Größenordnung mehr in der Zuliefererindustrie. Opel ist für Deutschland “too big to fail”.
Also was tun? Die Diskussion geht in Richtung Staatsbeteilung bei Opel. Und die finde ich eine korrekte Sache.
Bei der Diskussion landet man schnell irgendwo beim Thema Enteignung (andere Geschichte…), volkseigener Betrieb und Tot der Marktwirtschaft. Doch ich stelle mir die Frage, warum der Staat (und damit wir) nicht einfach nach ganz normalen marktwirtschaftlichen Gesetzen ein Unternehmen wie Opel kaufen können. Es wäre momentan sogar schön billig.
Die Bundesregierung sollte einfach zu GM gehen, Geld auf den Tisch legen und der größte Anteilseigner bei Opel werden. Den für mich existiert ein Unterschied zwischen einen Staatsunternehmen und einen Unternehmen im Staatsbesitz.
Die erste Variante wird so eine träge Beamtenbude wie die Post/Telekom. Die zweite Variante kann ganz normal marktwirtschaftlich arbeiten und ist nur dafür verantwortlich, den Aktionären (das wäre dann wir alle) möglichst viel Ertrag zu bringen. Das wären zusätzliche Einnahmen für den Staatshaushalt.
Läuft das Unternehmen mal nicht so gut und macht keinen Gewinn bringt es immer noch den Vorteil, seine Beschäftigen und die abhängigen Zulieferer zu normalen Steuerzahlern zu machen. Läuft das Unternehmen gut und will man es loswerden so bringt der Verkauf auch wieder Geld in die Staatskasse.
Also, wenn die Bundesregierung schon jetzt bereit ist irgendwelche doofe Banken mit Milliarden zu stützen dann kann sie dass auch mit Opel tun. Im Gegensatz zu den Banken sind es immer noch die Industrieunternehmen wie Opel die reale Werte schaffen.
Gerade lese ich, dass GM hier in Alemania keine Werke schließen will. Zeigt eigentlich nur, dass Opel im Kontrast zu anderen Marken bei GM ein erhaltenswertes Unternehmen ist was man JETZT günstig kaufen sollte.